Ratgeber · Dienstunfähigkeit

Dienst­unfähigkeits­versicherung für Beamte: raus­geworfenes Geld oder die wichtigste Absicherung deines Berufs­lebens?

Arne Hahn Versicherungen für Beamte · · 7 Min. Lesezeit

„Ich bin Beamter. Der Staat sichert mich ab.“

Dieser Satz stimmt. Aber nur ein Stückchen.

Und genau dieses Stückchen kostet Menschen wie Lena alles.

In diesem Beitrag erfährst du, wann du als Beamter dienstunfähig bist, was dann je nach Status mit dir passiert, wie viel Ruhegehalt übrig bleibt und warum bei der Dienstunfähigkeitsversicherung eine einzige Klausel über alles entscheidet.

01 · Der Fall Lena

Der Fall Lena: Warum dein Status dich nicht automatisch schützt

Lena ist 29. Referendarin. Beamtin auf Widerruf.

Mitten im Vorbereitungsdienst bekommt sie eine Erkrankung. Dauerhaft. Kein Weitermachen möglich.

Was passiert?

  • Kein Ruhegehalt.
  • Keine Pension.
  • Entlassung.

Sie wird in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Und dann stellt sich die Frage, ob sie überhaupt eine Erwerbsminderungsrente bekommt.

Lena hat nichts falsch gemacht. Sie hat nur angenommen, dass ihr Status sie automatisch schützt.

Das ist der teuerste Denkfehler im Beamtenverhältnis.

02 · Dienstunfähigkeit

Wann bist du als Beamter dienstunfähig? Und was bedeutet das wirklich?

Dienstunfähig bist du nicht, wenn du dich schlecht fühlst.

Dienstunfähig bist du, wenn …

… du aus gesundheitlichen Gründen deine Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst.

Oder

… du innerhalb von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hast und keine Aussicht besteht, dass sich das ändert.

Klingt klar. Ist aber nur der Anfang. Denn was dann passiert, hängt komplett von deinem Status ab.

Du wirst dienstunfähig Entscheidend ist dein Status

Beamter auf Lebenszeit

→ Ruhestand

Du wirst in den Ruhestand versetzt. Ruhegehalt gibt es grundsätzlich ab 5 Dienstjahren.

Nach einem Dienstunfall entsteht der Anspruch auch früher.

Beamter auf Probe

→ Entlassung

Bei Erkrankung oder Freizeitunfall: Entlassung. Kein Ruhegehalt.

Nur nach einem Dienstunfall gibt es in der Regel eine Versorgung.

Beamter auf Widerruf

also im Vorbereitungsdienst

→ Entlassung · immer

Kein Ruhegehalt, sondern Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Und dann gelten deren Regeln, nicht deine.

Drei Status. Drei völlig verschiedene Realitäten.

03 · Ruhegehalt

Wie hoch ist das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit?

Selbst wenn du Ruhegehalt bekommst, kommt die nächste Frage: Wie viel ist es? Das Ruhegehalt wächst mit deinen Dienstjahren.

1,79375 %
der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge pro Dienstjahr
71,75 %
Maximum

Das klingt solide. Aber je früher es dich erwischt, desto kleiner fällt es aus.

Ruhegehaltssatz nach Dienstjahren

in % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge, Grundformel

Werte als Tabelle
DienstjahreRuhegehaltssatz
58,97 %
1017,94 %
2035,88 %
3053,81 %
4071,75 %

Vereinfachte Grundformel nach Bundesrecht: 1,79375 % je Dienstjahr, höchstens 71,75 %. Bei Dienstunfähigkeit können Zurechnungszeit und Mindestversorgung den Satz erhöhen, der Versorgungsabschlag senkt ihn. Wie viel es bei dir genau ist, hängt vom Einzelfall ab.

Dazu kommt

bis −10,8 %

Versorgungsabschlag. Beim Bund und in vielen Ländern kann er bei Dienstunfähigkeit ohne Dienstunfall anfallen.

Wenn du mit 35 dienstunfähig wirst, bekommst du einen Bruchteil von dem, was du mit 60 bekommen hättest.

Deine Miete wartet nicht auf deine Dienstjahre. Dein Kredit auch nicht.

Die Lücke ist am Anfang der Laufbahn am größten und wird mit den Jahren kleiner.

Das ist das ehrliche Argument für die Absicherung.

04 · Ehrliche Abwägung

Brauchst du eine Dienst­unfähigkeits­versicherung überhaupt?

Ehrliche Antwort: Das kommt drauf an. Bei Versicherungen gilt immer dasselbe Grundprinzip.

Grundprinzip

Sichere das ab, was dich existenziell bedroht. Nicht das, was dich nur ärgert.

Und existenziell wird es, wenn du von einem Einkommen abhängig bist. Rechne mal durch:

Dein Einkommenspotenzial

3.000 € netto × 12 Monate × 35 Dienstjahre

über 1,2 Mio. €

So wächst die Summe über die Dienstjahre

Das ist dein größtes Vermögen. Nicht dein Depot. Nicht deine Immobilie. Dein Einkommen.

Als Faustregel gilt:

  • Je weniger Dienstjahre du hast.
  • Je mehr Verpflichtungen du hast: Familie, Immobilie, Kredite.
  • Je weniger Rücklagen du hast.
  • Desto mehr Sinn macht die Absicherung.

Ab einem gewissen Punkt in der Laufbahn, wenn Ruhegehalt und Ersparnisse hoch genug sind, kann man die Versicherung auch wieder in Frage stellen. Das ist kein Widerspruch. Das ist ehrliche Risikoabwägung.

05 · Die DU-Klausel

Die DU-Klausel: Hier steht oder fällt alles

Eine eigenständige Dienstunfähigkeitsversicherung gibt es gar nicht.

Was du abschließt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Dienstunfähigkeitsklausel.

Und diese Klausel entscheidet alles.

✓  Echte DU-Klausel

Die Entscheidung deines Dienstherrn zählt, und die Versicherung zahlt.

✕  Nur ein Etikett

Die Versicherung darf trotzdem noch einmal nach ihren eigenen Maßstäben prüfen.

Das bedeutet im Ernstfall:

Dienstherr
„Dienstunfähig.“
Versicherung
„Wir sehen das anders.“

Herzlich willkommen im Kleingedruckten.

⚠  Die zweite Falle

Ruhestand oder Entlassung?

Manche Klauseln sehen nur die Versetzung in den Ruhestand vor, nicht die Entlassung.

Wenn du als Anwärter oder Probebeamter dienstunfähig und entlassen wirst, also nicht pensioniert, hilft dir diese Klausel schlicht gar nichts.

Prüf, ob beides drinsteht: Ruhestand und Entlassung.

Polizei · Feuerwehr · Zoll · Justizvollzug

Vollzugsdienstunfähigkeit ist nicht dasselbe wie allgemeine Dienstunfähigkeit

Du kannst für den Vollzug untauglich sein und in der Verwaltung trotzdem weiterarbeiten. Dafür braucht es eine eigene Klausel.

Prüf, ob sie dabei ist.

06 · Checkliste

Checkliste: 7 Punkte, auf die es in den Bedingungen ankommt

Das hier ist die Checkliste, die dir niemand gibt, außer du fragst.

  1. Die DU-Klausel selbst

    Vollständig, mit Ruhestand und Entlassung, passend zu deinem Status.

  2. Verzicht auf abstrakte Verweisung

    Die Versicherung darf dich nicht auf irgendeinen anderen Job verweisen, den du theoretisch noch machen könntest.

  3. Prognosezeitraum

    Die Zeit, für die die Unfähigkeit voraussichtlich bestehen muss. Maximal 6 Monate. Nicht länger.

  4. Keine Einschränkungen bei den Ursachen

    Psychische Erkrankungen, Burnout, Rücken. Alles muss abgedeckt sein.

  5. Weltweiter Schutz

    Falls es dich im Ausland trifft.

  6. Nach­versicherungs­option

    Du kannst die Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Zum Beispiel bei Heirat, Geburt eines Kindes, Ernennung auf Lebenszeit oder einer höheren Besoldungsgruppe.

  7. Teilweise Dienstunfähigkeit

    Was passiert, wenn du nur noch eingeschränkt arbeiten kannst?

Ein Vertrag, der diese Punkte nicht erfüllt, ist kein schlechter Vertrag.

Er ist kein Vertrag.

07 · Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung: Was sie mit dir macht und wie du sie richtig angehst

Falsche oder vergessene Angaben beim Antrag können im Ernstfall dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt. Die Gesundheitsfragen gehen in der Regel so weit zurück:

Ambulante Behandlungen

5 Jahre

Stationäre Behandlungen

10 Jahre

Viele wissen gar nicht, was in ihrer eigenen Krankenakte steht.

  1. Deshalb: Hol dir vorher Unterlagen von deiner Krankenkasse oder früheren Ärzten.

  2. Und wenn du Vorerkrankungen hast: Mach eine anonyme Voranfrage.

    Dein Name taucht nirgendwo auf. Du erfährst, ob und wie man dich überhaupt versichern würde, bevor irgendwo ein Antrag existiert.

Wer heute nicht versicherbar ist, kann es in ein paar Jahren erneut prüfen lassen. Das ist kein Nein für immer.

08 · Für dich

Was das für dich bedeutet

Anwärter & Berufseinsteiger

Wenn du gerade Anwärter bist oder noch wenige Dienstjahre hast:

Deine Lücke ist jetzt am größten. Und dein Gesundheitszustand ist jetzt am besten.

Schon einen Vertrag

Wenn du schon einen Vertrag hast:

Weißt du, was in deiner Klausel steht?

Passt sie zu deinem Status?

Zahlt sie auch im Ernstfall?

Viele haben einen Vertrag, den sie nie gelesen haben. Und merken das erst, wenn es zu spät ist.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Dienstunfähigkeit bei Beamten

Wann ist ein Beamter dienstunfähig?

Wenn er aus gesundheitlichen Gründen seine Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kann. Oder wenn er innerhalb von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass sich das ändert.

Bekommt ein Beamter auf Widerruf bei Dienstunfähigkeit Ruhegehalt?

Nein. Beamte auf Widerruf werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Ob es dann eine Erwerbsminderungsrente gibt, richtet sich nach deren Regeln.

Gibt es eine eigenständige Dienst­unfähigkeits­versicherung?

Nein. Was du abschließt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel. Bei einer echten DU-Klausel zählt die Entscheidung deines Dienstherrn, und die Versicherung zahlt ohne eigene zweite Prüfung.

Wie weit gehen die Gesundheitsfragen beim Antrag zurück?

In der Regel 5 Jahre bei ambulanten und 10 Jahre bei stationären Behandlungen. Wer Vorerkrankungen hat, sollte vorher eine anonyme Voranfrage stellen.

Dein DU-Check

Wenn du wissen willst,
wo du stehst.

Ehrlich, ohne Formulare in dreifacher Ausfertigung.

Kostenlosen DU-Check buchen

Kostenlos · Unverbindlich

  1. Du füllst ein kurzes Formular aus.
  2. Wir rufen dich an.
  3. Wir schauen gemeinsam auf deinen Status, deinen Dienstherrn und deinen bestehenden Vertrag.
  4. Wenn es um einen neuen Vertrag geht, prüfen wir vorher anonym, ob du überhaupt versicherbar bist.

Das kostet nichts. Und verpflichtet zu nichts.

Sachlich. Ehrlich. Ohne Panik.

Arne Hahn Versicherungen für Beamte

Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung.

Ratgeber · Dienstunfähigkeit

Dienst­unfähigkeits­versicherung für Beamte: raus­geworfenes Geld oder die wichtigste Absicherung deines Berufs­lebens?

Arne Hahn Versicherungen für Beamte · · 7 Min. Lesezeit

„Ich bin Beamter. Der Staat sichert mich ab.“

Dieser Satz stimmt. Aber nur ein Stückchen.

Und genau dieses Stückchen kostet Menschen wie Lena alles.

In diesem Beitrag erfährst du, wann du als Beamter dienstunfähig bist, was dann je nach Status mit dir passiert, wie viel Ruhegehalt übrig bleibt und warum bei der Dienstunfähigkeitsversicherung eine einzige Klausel über alles entscheidet.

01 · Der Fall Lena

Der Fall Lena: Warum dein Status dich nicht automatisch schützt

Lena ist 29. Referendarin. Beamtin auf Widerruf.

Mitten im Vorbereitungsdienst bekommt sie eine Erkrankung. Dauerhaft. Kein Weitermachen möglich.

Was passiert?

  • Kein Ruhegehalt.
  • Keine Pension.
  • Entlassung.

Sie wird in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Und dann stellt sich die Frage, ob sie überhaupt eine Erwerbsminderungsrente bekommt.

Lena hat nichts falsch gemacht. Sie hat nur angenommen, dass ihr Status sie automatisch schützt.

Das ist der teuerste Denkfehler im Beamtenverhältnis.

02 · Dienstunfähigkeit

Wann bist du als Beamter dienstunfähig? Und was bedeutet das wirklich?

Dienstunfähig bist du nicht, wenn du dich schlecht fühlst.

Dienstunfähig bist du, wenn …

… du aus gesundheitlichen Gründen deine Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst.

Oder

… du innerhalb von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hast und keine Aussicht besteht, dass sich das ändert.

Klingt klar. Ist aber nur der Anfang. Denn was dann passiert, hängt komplett von deinem Status ab.

Du wirst dienstunfähig Entscheidend ist dein Status

Beamter auf Lebenszeit

→ Ruhestand

Du wirst in den Ruhestand versetzt. Ruhegehalt gibt es grundsätzlich ab 5 Dienstjahren.

Nach einem Dienstunfall entsteht der Anspruch auch früher.

Beamter auf Probe

→ Entlassung

Bei Erkrankung oder Freizeitunfall: Entlassung. Kein Ruhegehalt.

Nur nach einem Dienstunfall gibt es in der Regel eine Versorgung.

Beamter auf Widerruf

also im Vorbereitungsdienst

→ Entlassung · immer

Kein Ruhegehalt, sondern Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Und dann gelten deren Regeln, nicht deine.

Drei Status. Drei völlig verschiedene Realitäten.

03 · Ruhegehalt

Wie hoch ist das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit?

Selbst wenn du Ruhegehalt bekommst, kommt die nächste Frage: Wie viel ist es? Das Ruhegehalt wächst mit deinen Dienstjahren.

1,79375 %
der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge pro Dienstjahr
71,75 %
Maximum

Das klingt solide. Aber je früher es dich erwischt, desto kleiner fällt es aus.

Ruhegehaltssatz nach Dienstjahren

in % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge, Grundformel

Werte als Tabelle
DienstjahreRuhegehaltssatz
58,97 %
1017,94 %
2035,88 %
3053,81 %
4071,75 %

Vereinfachte Grundformel nach Bundesrecht: 1,79375 % je Dienstjahr, höchstens 71,75 %. Bei Dienstunfähigkeit können Zurechnungszeit und Mindestversorgung den Satz erhöhen, der Versorgungsabschlag senkt ihn. Wie viel es bei dir genau ist, hängt vom Einzelfall ab.

Dazu kommt

bis −10,8 %

Versorgungsabschlag. Beim Bund und in vielen Ländern kann er bei Dienstunfähigkeit ohne Dienstunfall anfallen.

Wenn du mit 35 dienstunfähig wirst, bekommst du einen Bruchteil von dem, was du mit 60 bekommen hättest.

Deine Miete wartet nicht auf deine Dienstjahre. Dein Kredit auch nicht.

Die Lücke ist am Anfang der Laufbahn am größten und wird mit den Jahren kleiner.

Das ist das ehrliche Argument für die Absicherung.

04 · Ehrliche Abwägung

Brauchst du eine Dienst­unfähigkeits­versicherung überhaupt?

Ehrliche Antwort: Das kommt drauf an. Bei Versicherungen gilt immer dasselbe Grundprinzip.

Grundprinzip

Sichere das ab, was dich existenziell bedroht. Nicht das, was dich nur ärgert.

Und existenziell wird es, wenn du von einem Einkommen abhängig bist. Rechne mal durch:

Dein Einkommenspotenzial

3.000 € netto × 12 Monate × 35 Dienstjahre

über 1,2 Mio. €

So wächst die Summe über die Dienstjahre

Das ist dein größtes Vermögen. Nicht dein Depot. Nicht deine Immobilie. Dein Einkommen.

Als Faustregel gilt:

  • Je weniger Dienstjahre du hast.
  • Je mehr Verpflichtungen du hast: Familie, Immobilie, Kredite.
  • Je weniger Rücklagen du hast.
  • Desto mehr Sinn macht die Absicherung.

Ab einem gewissen Punkt in der Laufbahn, wenn Ruhegehalt und Ersparnisse hoch genug sind, kann man die Versicherung auch wieder in Frage stellen. Das ist kein Widerspruch. Das ist ehrliche Risikoabwägung.

05 · Die DU-Klausel

Die DU-Klausel: Hier steht oder fällt alles

Eine eigenständige Dienstunfähigkeitsversicherung gibt es gar nicht.

Was du abschließt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Dienstunfähigkeitsklausel.

Und diese Klausel entscheidet alles.

✓  Echte DU-Klausel

Die Entscheidung deines Dienstherrn zählt, und die Versicherung zahlt.

✕  Nur ein Etikett

Die Versicherung darf trotzdem noch einmal nach ihren eigenen Maßstäben prüfen.

Das bedeutet im Ernstfall:

Dienstherr
„Dienstunfähig.“
Versicherung
„Wir sehen das anders.“

Herzlich willkommen im Kleingedruckten.

⚠  Die zweite Falle

Ruhestand oder Entlassung?

Manche Klauseln sehen nur die Versetzung in den Ruhestand vor, nicht die Entlassung.

Wenn du als Anwärter oder Probebeamter dienstunfähig und entlassen wirst, also nicht pensioniert, hilft dir diese Klausel schlicht gar nichts.

Prüf, ob beides drinsteht: Ruhestand und Entlassung.

Polizei · Feuerwehr · Zoll · Justizvollzug

Vollzugsdienstunfähigkeit ist nicht dasselbe wie allgemeine Dienstunfähigkeit

Du kannst für den Vollzug untauglich sein und in der Verwaltung trotzdem weiterarbeiten. Dafür braucht es eine eigene Klausel.

Prüf, ob sie dabei ist.

06 · Checkliste

Checkliste: 7 Punkte, auf die es in den Bedingungen ankommt

Das hier ist die Checkliste, die dir niemand gibt, außer du fragst.

  1. Die DU-Klausel selbst

    Vollständig, mit Ruhestand und Entlassung, passend zu deinem Status.

  2. Verzicht auf abstrakte Verweisung

    Die Versicherung darf dich nicht auf irgendeinen anderen Job verweisen, den du theoretisch noch machen könntest.

  3. Prognosezeitraum

    Die Zeit, für die die Unfähigkeit voraussichtlich bestehen muss. Maximal 6 Monate. Nicht länger.

  4. Keine Einschränkungen bei den Ursachen

    Psychische Erkrankungen, Burnout, Rücken. Alles muss abgedeckt sein.

  5. Weltweiter Schutz

    Falls es dich im Ausland trifft.

  6. Nach­versicherungs­option

    Du kannst die Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Zum Beispiel bei Heirat, Geburt eines Kindes, Ernennung auf Lebenszeit oder einer höheren Besoldungsgruppe.

  7. Teilweise Dienstunfähigkeit

    Was passiert, wenn du nur noch eingeschränkt arbeiten kannst?

Ein Vertrag, der diese Punkte nicht erfüllt, ist kein schlechter Vertrag.

Er ist kein Vertrag.

07 · Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung: Was sie mit dir macht und wie du sie richtig angehst

Falsche oder vergessene Angaben beim Antrag können im Ernstfall dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt. Die Gesundheitsfragen gehen in der Regel so weit zurück:

Ambulante Behandlungen

5 Jahre

Stationäre Behandlungen

10 Jahre

Viele wissen gar nicht, was in ihrer eigenen Krankenakte steht.

  1. Deshalb: Hol dir vorher Unterlagen von deiner Krankenkasse oder früheren Ärzten.

  2. Und wenn du Vorerkrankungen hast: Mach eine anonyme Voranfrage.

    Dein Name taucht nirgendwo auf. Du erfährst, ob und wie man dich überhaupt versichern würde, bevor irgendwo ein Antrag existiert.

Wer heute nicht versicherbar ist, kann es in ein paar Jahren erneut prüfen lassen. Das ist kein Nein für immer.

08 · Für dich

Was das für dich bedeutet

Anwärter & Berufseinsteiger

Wenn du gerade Anwärter bist oder noch wenige Dienstjahre hast:

Deine Lücke ist jetzt am größten. Und dein Gesundheitszustand ist jetzt am besten.

Schon einen Vertrag

Wenn du schon einen Vertrag hast:

Weißt du, was in deiner Klausel steht?

Passt sie zu deinem Status?

Zahlt sie auch im Ernstfall?

Viele haben einen Vertrag, den sie nie gelesen haben. Und merken das erst, wenn es zu spät ist.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Dienstunfähigkeit bei Beamten

Wann ist ein Beamter dienstunfähig?

Wenn er aus gesundheitlichen Gründen seine Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kann. Oder wenn er innerhalb von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass sich das ändert.

Bekommt ein Beamter auf Widerruf bei Dienstunfähigkeit Ruhegehalt?

Nein. Beamte auf Widerruf werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Ob es dann eine Erwerbsminderungsrente gibt, richtet sich nach deren Regeln.

Gibt es eine eigenständige Dienst­unfähigkeits­versicherung?

Nein. Was du abschließt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel. Bei einer echten DU-Klausel zählt die Entscheidung deines Dienstherrn, und die Versicherung zahlt ohne eigene zweite Prüfung.

Wie weit gehen die Gesundheitsfragen beim Antrag zurück?

In der Regel 5 Jahre bei ambulanten und 10 Jahre bei stationären Behandlungen. Wer Vorerkrankungen hat, sollte vorher eine anonyme Voranfrage stellen.

Dein DU-Check

Wenn du wissen willst,
wo du stehst.

Ehrlich, ohne Formulare in dreifacher Ausfertigung.

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  1. Du füllst ein kurzes Formular aus.
  2. Wir rufen dich an.
  3. Wir schauen gemeinsam auf deinen Status, deinen Dienstherrn und deinen bestehenden Vertrag.
  4. Wenn es um einen neuen Vertrag geht, prüfen wir vorher anonym, ob du überhaupt versicherbar bist.

Das kostet nichts. Und verpflichtet zu nichts.

Sachlich. Ehrlich. Ohne Panik.

Arne Hahn Versicherungen für Beamte

Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung.